PurZon - Sustainable Fashion for the smallest

Altes – für die Kleinsten ganz neu

Emilia ist vier Jahre alt, liebt Tanzen und ist ein tolles Model. Sie trägt die Mode, die ihre Mama entworfen und hergestellt hat. Und wenn Emilia gute Laune hat, dann darf ihre Mama auch ein Foto davon machen.

Lara Baseler hat nach dem Abitur auf der Modedesignschule in Sigmaringen studiert. Immer mehr beschäftigte sie sich mit nachhaltiger Mode und als dann ihre Tochter auf die Welt kam, begab sie sich auf die Suche nach Kindermode. Sie sollte bio, nachhaltig und eben auch etwas besonders sein. So viele Anbieter gibt es da bis heute nicht und so machte sie sich selbst ans Werk. Dabei verwendete sie immer auch schon getragene, aber nicht mehr genutzte Kleidung. „Der Vorteil ist, dass diese Kleidungsstücke aufgrund vorhergegangener Wäschen schadstoffärmer sind als neu produzierte Artikel“, erklärt die 28-Jährige. Zusätzlich werden durch die Verwendung von bestehenden, nicht genutzten Rohstoffen Ressourcen geschont. Die ersten Unikate entstanden und schon bald wurde sie auf diese angesprochen. „Wo hast du denn die tolle Kleidung für die Kleine her?“ Bestätigung für Lara Baseler, sich mit ihrer Geschäftsidee selbstständig zu machen. Und so gründete die Modedesignerin 2020 Purzon: Besondere, individuelle Bio-, Recycling- und Upcycling-Kindermode bis zum neunten Lebensjahr. „Mein Ziel ist es, mit nachhaltigen, kreativen und innovativen Ideen als kleine, unabhängige Firma zu wachsen.“

Ein altes Lieblings-T-Shirt, ein Kleid oder eine Jeans, die nicht mehr passt oder nicht mehr in ist. Diese Kleidungsstücke sind bei Lara gut aufgehoben. Sie kombiniert diese mit neuen, biozertifizierten Stoffen. „Bei mir können und sollen die Kunden mitentscheiden. Bei einem Besuch in meinem kleinen Atelier können wir so individuelle Kinderkleidung als Unikate entwerfen.“ Zu dieser Sparte soll es aber auch fertige Designs in den verschiedenen Größen geben. „Ich finde die Idee des Upcyclings einfach perfekt.“ Beim Upcycling werden scheinbar nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt und erfahren so eine stoffliche Aufwertung. „Bei mir gibt es wenige, dafür aber hochwertige, nachhaltige und mit Liebe selbstdesignte Kollektionen und Einzelstücke, bei der der Kunde mitentscheiden kann“, erklärt Lara ihr Konzept. Dabei werden manche Stücke auch bestickt oder bemalt.

Dabei entsteht bisher alles aus einer Hand. Die Füssenerin entwirft, gradiert die Schnitte und näht alles allein. „Aber in Zukunft wäre es schon schön, wenn ich einen Geschäftspartner hätte. Denn der Austausch schafft auch mehr Dynamik“, sagt Lara. Alles unter einen Hut zu bekommen, ist jedoch nicht immer einfach. Die alleinerziehende Mutter organisiert ihr Leben rund um Emilia. „Die muss sich dann schon einmal meine Aufmerksamkeit mit der Nähmaschine teilen.“ Und so hat sie viele, neue Ideen im Kopf, die darauf warten, umgesetzt zu werden. Auch für Buben soll in naher Zukunft eine kleine Kollektion entstehen.

Bei der Auswahl der Stoffe achtet sie auf gute Qualität und natürlich Nachhaltigkeit. Dabei setzt sie auch auf den Trendstoff für nachhaltige Mode ­Tencel. Zwar ist bei dieser Faser nicht alles natürlich, dafür aber umweltverträglich. Das Kunstgewebe besteht aus aufbereiteten Holzfasern, künstlich an dem Stoff ist dabei nur der Arbeitsschritt, aus Holzfasern Garn zu gewinnen. Aber auch dabei sind organische Substanzen im Einsatz. Oder sie bezieht die Stoffe von einer deutschen Künstlerin, die ihre Werke auf Stoffe drucken lässt – natürlich unter biologischen Aspekten.

Um ihre vielen Ideen umzusetzen, ist sie immer auf Kleidungsspenden angewiesen. „Jeans kann ich jederzeit gebrauchen“, so Lara. „Die sind oft sehr langlebig, gefallen dann aber nicht mehr. Bei mir bekommen sie ein zweites Leben.“

mail
info@purzon.de
lara.baseler@mail.de

mobil
015258900710


Text: Anke Sturm, Allgäuer Zeitung

 

Bilder: Lara Baseler

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