Netzwerk der Weltläden Iller-Lech

Das Netzwerk der Weltläden Iller-Lech ist ein gut funktionierendes aktives Netzwerk von ca. 30 eigenständigen Weltläden in Schwaben und dem westlichen Rand Oberbayerns (Region zwischen den Flüssen Iller und Lech), die sich – in (Eine-)Welt-Läden oder entsprechenden Aktionsgruppen – für mehr Gerechtigkeit in den Handelsbeziehungen zwischen den Ländern des Globalen Südens und des Nordens einsetzen.

Als Fachgeschäfte für Fairen Handel vertreiben Weltläden entsprechende Produkte, beteiligen sich an politischen Kampagnen, informieren über den Fairen Handel mit Partnern aus wirtschaftlich und sozial benachteiligten Ländern und leisten entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Wir arbeiten nach den Vereinbarungen einer gemeinsamen Konvention der Weltläden.

Weltladen in Füssen

Unsere Weltläden werden meist von lokalen gemeinnützigen Vereinen getragen oder als Genossenschaften geführt und weitgehend ehrenamtlich betrieben. Je nach Träger sind sie unterschiedlich aufgebaut und haben ähnliche, aber nicht identische Sortimente. Viele der Geschäfte sind im Weltladen Dachverband organisiert und haben daher ein einheitliches Logo bzw. folgen in ihrem äußeren Erscheinungsbild dem einheitlichen CI-Konzept des Dachverbandes im Sinne der Entwicklung einer gemeinsamen „Marke“. Wirtschaftlich und organisatorisch sind sie jedoch vollkommen unabhängig voneinander.

Wie wirksam Weltläden in ihrer Arbeit sein können, hängt stark von der Größe der jeweiligen Trägervereine oder Aktionsgruppen, der Anzahl der verfügbaren ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie von den lokalen Gegebenheiten vor Ort ab. In unseren Reihen sind kleine und große Läden, einige wenige, die nur tageweise geöffnet haben, die meisten sind jedoch gut etablierte Einzelhandelsgeschäfte mit schönen Umsätzen.
Alle Weltläden freuen sich über weitere ehrenamtliche Unterstützer und arbeiten neue Mitarbeiter jederzeit gerne ein.

Das Netzwerk Weltläden Iller-Lech besteht seit 1996. Es entstand aus dem Wunsch nach Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten und nach gemeinsamer Weiterbildung und Weiterentwicklung in Sachen Fairer Handel. Nach und nach hat es sich zu einem starken Verbund entwickelt, der solidarisch die Kampagnen von Dachverband und Forum Fairer Handel unterstützt auch eigene Aktivitäten entfaltet.

Beispiele für größere gemeinsame Aktivitäten aus jüngerer Zeit sind:

Der gedruckte Fair Fashion Guide ist in allen gelisteten Läden erhältlich.
  • Mit der Kampagne „XXXL – Wir tragen fair“ mit 100 Riesen-T-Shirts an Lichtmasten, Fahnenstangen und in Schaufenstern macht das Netzwerk 2017 in mehr als 15 Gemeinden und Städten auf Missstände in der weltweiten Kleiderproduktion aufmerksam und erhielt dafür den Aktionspreis „SPITZE NADEL“. Höhepunkt der Aktion war eine gemeinsame Demonstration und Kundgebung mit Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in der Fußgängerzone in Kempten.
  • 2019 gab das Weltladen-Netzwerk Iller-Lech in Kooperation mit dem GET CHANGED! Fair Fashion Network den ersten Fairen Modeführer für das Allgäu und das bayrische Schwaben heraus. Der kostenlose Fair Fashion Guide listet Adressen von über 70 Modeanbietern in der Region, die Wert auf hohe soziale und ökologische Kriterien in der Produktion lege oder Mode durch Second-hand nachhaltig machen.
  • Gutscheine: Alle Weltläden des Netzwerks nehmen Gutscheine von ihren Netzwerkpartnern an.

Das Netzwerk der Weltläden Iller-Lech erweitert den Handlungsspielraum und die Werbemöglichkeiten der Weltläden und gibt damit dem Fairen Handel über die Marke „Weltladen“ in der Netzwerk-Region eine starke Stimme. Mit vereinten Kräften können unsere Läden entwicklungspolitische Themen und Fragen der globale Gerechtigkeit leichter auf die politische Tagesordnung bringen und sich mit ihren Anliegen besser Gehör verschaffen. Das Netzwerk stärkt des Gefühl und der Erkenntnis der Läden, nicht allein, sondern eingebunden in einen großen und starken Verbund von Akteuren zu wirksam zu sein.

Über unser internes Netzwerk hinaus sind wir Weltläden Iller-Lech eng mit vielen anderen Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung verbunden. Gute Kontakte bestehen unter anderem zu:

  • Importeuren und Produzentenorganisationen aus dem Fairhandelssektor, zum Weltladen-Dachverband, zum Eine-Welt-Netzwerk Bayern
  • Steuerungsgruppen der Fairtrade-Städte und -Gemeinden, denn in der Regel sind in jeder Steuerungsgruppe auch Vertreter der Weltläden bzw. Fairhandels-Aktionsgruppen vertreten und arbeiten hier eng mit Partner aus der kommunalen Verwaltung, Politik, Handel, Gastronomie, Kirchen, Vereinen und Schulen zusammen.
  • Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, die die Bildungsarbeit der Weltläden schätzen und nützen,
  • Kirchen, die der entwickelungspolitischen Arbeit der Weltläden traditionell nahe stehen und oft nicht selten Träger der Weltläden bzw. der zugehörigen Vereine sind.

Für die nahe Zukunft plant das Netzwerk unter anderem verstärkte Aktivitäten zur Verknüpfung des Themas fairer Handel mit den Aspeken bio und regional, um auch hier noch weitere Synergien zu nutzen, und möchte Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes noch stärker in den Fokus der Arbeit der Weltläden stellen.

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