Gemeinwohlökonomie (GWÖ)

Nicht erst seit Corona wird mehr und mehr Menschen klar, dass unser Wirtschaften alles andere als nachhaltig ist und nur deshalb so lange zu funktionieren schien, da wesentliche Kosten nicht in Rechnung gestellt wurden. Ewiges Wachstum ist auf einem begrenzen Planeten nicht möglich. Der Verlust der Artenvielfalt, der menschengemachte Klimawandel, aber auch die zunehmende soziale Ungleichheit, vor allem gegenüber den Bewohner*innen des globalen Südens (aber auch zukünftiger Generationen), die unseren „Wohlstand“ erst ermöglicht: all das sind Auswirkungen eines ungezügelten Kapitalismus, welchem jegliches Augenmaß verloren gegangen ist.

Die Vorstellung einer Gemeinwohlökonomie (GWÖ) setzt genau hier an: Nicht das „Schneller-Höher-Weiter“, das „Immer-Mehr“ (der Profit) steht im Vordergrund, sondern das Wohl allen Lebens; ganz konkret: die Lebensgrundlage und Lebensqualität aller. Damit schlägt die GWÖ nichts anderes vor, als die Umsetzung dessen, was in Verfassungen weltweit längst zu einem Hauptziel erklärt wurde: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl“ (bayer. Verfassung, Art. 151)

Gemeinwohlökonomie

In letzter Konsequenz hieße das, sich vom ewigen Wachstumsparadigma (und dem BiP als Maß aller Dinge) zu verabschieden und sich an Werten des Gemeinwohls zu orientieren: die versteckten Kosten unseres Wohlstandes realistisch zu bepreisen, Anreize für nachhaltiges Wirtschaften zu setzen und zerstörerisches Handeln zu sanktionieren. Es hieße Regionalisierung & Resilienz (vs. Globalisierung), Kooperation & Solidarität (vs. Konkurrenz), Lebendigkeit & Beziehungsreichtum (vs. Konsumzwang) sowie die Durchsetzung des Gerechtigkeitsprinzip (vs. Macht-Durchsetzung).

Fragen, die sich für uns als Allgäu-FairNetzt stellen: Wie und auf welchen Ebenen können wir die GWÖ im Allgäu etablieren und fördern? Welche konkreten Ansätze gibt es? Wie können wir Kräfte bündeln und von Erfahrungen profitieren? Was braucht man zum Aufbau einer GWÖ-Regionalgruppe im Allgäu? Eben darüber sprach Roman von Allgäu-FairNetzt mit Jörn Wiedemann, GWÖ-Urgestein und Botschafter für das Allgäu. Nachfolgend ist ein 14-minütiger Zusammenschnitt zu sehen.

 

Jörn stellt die GWÖ dabei als Wandelwerkzeug und Bewegung vor, gibt einen kurzen Einblick in ihre historische Entwicklung und erklärt, was es braucht, um eine Regionalgruppe zu gründen. Er erklärt zudem, was Menschen dazu motiviert, sich für die GWÖ zu engagieren und bringt konkrete Beispiele GWÖ-orientierter Unternehmen.

Zudem geht er auf viel-versprechende GWÖ-orientierte Instrumente ein, nämlich die Karte von morgen, die wir auch hier auf der Seite als regionalen Kompass zukunftsweisender Initiativen, Unternehmen und Events nutzen, sowie die Bürgerkarte (BÜRGER vermögen VIEL e.V.), die wir auch im Allgäu liebend gern in praktischer Anwendung sehen würden (gibt es bereits in der Region LK Ebersberg sowie in den benachbarten Regionen Lech-Ammersee und Bodensee-Oberschwaben).

Bis 2018 GWÖ-Ansprechpartner für Unternehmen, Vorstand im bayerischen GWÖ-Verein und Mitglied der Regionalgruppe AmmerLechLand, ist es Jörn Wiedemann ein Herzensanliegen, die GWÖ im Allgäu zu verbreiten. Seit über zwei Jahren sammelt er Interessent*innen für die GWÖ (Kontakte bereits in/um Füssen, Kaufbeuren, Kempten, Sonthofen und Lindenberg). Mit seiner Expertise steht Jörn jederzeit gern (z.B. mit Vorträgen, Workshops und durch Vernetzung) unterstützend zur Verfügung. 

Kontakt:
joern.wiedemann(at)ecogood.org
Tel. 08862/2430743

Jörn Wiedemann

Bisher im Allgäu GWÖ-bilanzierte Unternehmen sind: Parkhotel Frank (Oberstdorf), rw-cct GmbH (Zaisertshofen), Outward Bound (Schwangau), Biohotel Eggensberger (Hopfen), Heckel (Kaufbeuren), Elobau (Leutkirch) und hoffentlich bald noch mehr …

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